LOKALE AKTIONSGRUPPE (LAG) KREISENTWICKLUNG MIESBACHER LAND e.V. ZIEHT BILANZ FÜR DIE FÖRDERPERIODE 2014-2022
Durch LEADER flossen in den letzten sechs Jahren insgesamt 1,7 Mio. Euro Fördergelder in Projekte im Landkreis Miesbach – hier für den Lehr- und Erlebnisgarten in Kreuth.
(Foto: SMG / Andreas Leder)
  • 7,5 Mio. Euro wurden in den Landkreis investiert
  • Landkreis Miesbach als Modellregion ausgewählt
  • Beteiligung zur Zielentwicklung für die Förderperiode 2023-2027 startet

 

Seit März 2015 ist der Landkreis Miesbach zum ersten Mal LEADER-Region in dem seit 1990 bestehenden europäischen Förderprogramm zur Unterstützung ländlicher Regionen. Welche Erfolge das Programm seitdem feiern konnte und welche Herausforderungen in Zukunft auf den Landkreis zukommen, diskutierten Vertreter*innen der Landkreis-Gemeinden und der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Projektträger*innen der vergangenen sechs Jahre in einer digitalen Ideenwerkstatt am Dienstag, den 11.05.2021. Zu dieser hatte die Lokale Aktionsgruppe zum Start der Vorbereitungen für die kommende Förderperiode eingeladen.


Michael Pelzer, 1. Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Kreisentwicklung Miesbacher Land e.V.: „LEADER hat es bei uns geschafft, dass die Werte dieses europäischen Förderprogramms lebendig geworden sind: Aufbruchstimmung für eine nachhaltige Kreisentwicklung und die Mitmachkultur von Vielen. LEADER ist dabei nur eine Plattform. Die finanzielle Förderung ist der Anreiz. Die entstandene Lust aufs Mitmachen ist genau der Schwung, den wir für unseren Landkreis brauchen.“


Insgesamt 1,7 Mio. Euro Fördermittel wurden für den Landkreis akquiriert. Diese stecken in über 30 Projekten mit einem Gesamtvolumen von 7,5 Mio. Euro. Die Gelder unterstützen Projekte zur Weiterentwicklung eines sanften Tourismus, die Stärkung gesellschaftlicher, sozialer und kultureller Einrichtungen und den Erhalt der regionstypischen Landschaft und Ortsbilder. Die Teilnehmer*innen zeigten sich im Gespräch zufrieden mit der ersten Förderrunde von LEADER im Landkreis Miesbach. Auch Landrat Olaf von Löwis bedankte sich in seiner Videobotschaft bei allen Engagierten.


Olaf von Löwis of Menar, Landrat Landkreis Miesbach und Mitglied der Lokalen Aktionsgruppe Kreisentwicklung Miesbacher Land e.V.: „Ein so zukunftsträchtiges Projekt wie LEADER lebt von dem Engagement aller Beteiligten. Mein Dank gilt Ihnen, Ihren Ideen und Visionen. Machen Sie weiter so, der Landkreis braucht Menschen wie Sie.“


Im letzten Teil der Veranstaltung wagten die Teilnehmer*innen einen Blick voraus. Roland Gruber, Mitgründer des Architekturbüros nonconform und „Österreicher des Jahres 2012“ im Bereich Creative Industries zeichnete in seinem Impulsvortrag Vorstellungen einer Zukunft des ländlichen Raums, welche Herausforderungen durch „lustvolles Partizipieren“ begegnet. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer*innen welche Entwicklungen und Themen aus ihrer Sicht für die Zukunft des Landkreises bedeutend sind. Die Ergebnisse der Ideenwerkstatt sind unter www.leader-mb.de nachzulesen.


Mit der Veranstaltung ging die LAG Miesbach den ersten Schritt zur Überarbeitung ihrer Lokalen Entwicklungsstrategie (LES). Sie dient als Grundlage für die Arbeit der Aktionsgruppe. Projekte, die gefördert werden wollen, müssen jeweils einen Bezug zu den dort gesetzten Zielen haben.


Der Landkreis Miesbach ist für diesen Prozess auf dem Weg zur Förderperiode 2023-2027 Modellregion im Projekt „Resilienz und Landentwicklung“ des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ziel des Forschungsprojekts ist es herauszufinden, wie Regionen sich auf zukünftige Krisen und Herausforderungen vorbereiten können. Dazu zählen u.a. auch der Klimawandel, das Artensterben oder der demographische Wandel. Das Projekt überträgt das ursprünglich aus der Physik in die Psychologie transferierte Konzept der Resilienz (= Widerstandsfähigkeit) auf die Förderinstrumente der Landentwicklung in Bayern. Resilienz im Sinne der Psychologie beschreibt die Fähigkeit eines Individuums, sich von persönlichen Krisen und Schicksalsschlägen zur erholen.


Begleitet wird das Modellprojekt durch eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf (ART), der KlimaKom eG und dem Büro regionalEntwicklung Appel-Kummer.


Prof. Dr. Manfred Geißendörfer, Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf und Professor für Agrarpolitik, ländliche Entwicklung und Regionalmanagement an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf: „LEADER eignet sich durch seinen bürgerorientierten und vernetzenden Ansatz hervorragen für die Entwicklung neuer Ideen zur Bewältigung kommender Herausforderungen. Diese Ideen durch die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe zu unterstützen ist das Ziel unseres Projekts.“

 

Noch vor der Sommerpause startet die LAG ihren öffentlichen Beteiligungsprozess zur Überarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie mit einer Regionalkonferenz. Ziel der Aktionsgruppe ist es dabei möglichst vielen Menschen aus den Gemeinden des Landkreises die Möglichkeit zu geben sich einzubringen und so über die Zukunft des Landkreises mitzubestimmen.


Bis zum Start der neuen Förderperiode im Jahr 2023 hat die Europäische Union die derzeit laufende Förderperiode bis zum Ende des Jahres 2022 verlängert. So lange kann die Lokale Aktionsgruppe Projektideen unter den alten Regeln zur Förderung auswählen. Umgesetzt werden müssen diese Projekte bis Ende 2024.

 

Über LEADER:
Mit dem LEADER-Programm unterstützt das Staatsministerium die ländlichen Regionen auf ihrem Weg einer selbstbestimmten Entwicklung – ganz nach dem Motto "Bürger gestalten ihre Heimat". LEADER ist ein Akronym der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l'économie rurale; zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.
Im Mittelpunkt LEADERs stehen die Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Sie sind Partnerschaften zwischen kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren in der Region. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 wurden 68 LAGs anerkannt. Das bayerische LEADER-Gebiet umfasst damit 86 Prozent der Landesfläche und 58 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt stehen rund 111 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln für die Projekte zur Verfügung.


Über die SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach:
Die SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach setzt sich mit interdisziplinärer Projekt- und Netzwerkarbeit dafür ein, die wirtschaftlichen Potenziale der Region auszubauen und zukunftsweisend zu entwickeln. Oberstes Leitziel ist dabei stets, die hohe Lebensqualität in der Region zu erhalten und als Partner mit Bürger*innen, Unternehmer*innen und Politiker*innen aus allen Sektoren zusammenzuarbeiten.
Dabei fungiert die SMG als Dach, unter dem Förderprogramme wie LEADER, die Öko-Modellregion und das Regionalmanagement Bayern organisiert sind. Aber auch Projekte wie die Ausbildungstour Landkreis Miesbach, die offene Forschungswerkstatt „Oberlab“ mit dem mobilen FabLab oder die Initiative ServusZUKUNFT wurden durch die SMG ins Leben gerufen.

Pressekontakt
Simon Kortus
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