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Führten durch die Live-Veranstaltung: Von links stehend: Jasna Okanovic, Projektleitung Marktplatz Gute Geschäfte, Schirmherr Landrat Olaf von Löwis, Moderator Jan Wiecken, Bürgermeister Schliersee Franz Schnitzenbaumer
(Foto: SMG)

Wenn die Drähte glühen und die Server qualmen, dies aber keine schlechte, sondern eine gute Nachricht ist, dann kann das nur eines bedeuten: Der Marktplatz Gute Geschäfte 2021 war ein überbordender Erfolg.

 

Es war Nervenkitzel pur für alle Beteiligten – egal ob Macher*in oder Teilnehmer*in des diesjährigen Marktplatzes Gute Geschäfte –, denn wie für vieles seit März vergangenen Jahres galten auch für die Gemeinwohl-Tauschbörse der SMG diesmal völlig neue Vorzeichen.

Eine Bühne mit gut gelaunten Moderatoren und Gästen, ein Saal voll euphorisch verhandelnder Menschen, ein buntes Gewusel und Gedränge, freudiges Händeschütteln und ein großes gemeinsames Anstoßen am Ende zur Feier eines erfolgreichen Abends - so kannte man die Aktion aus den Jahren 2018 und 2019. Davon übernehmen konnte man für die neue Auflage 2021 außer dem grundlegenden Konzept und den gut gelaunten Moderatoren: nichts. Aber bei der SMG war man fest entschlossen, dass man die beliebte Tauschbörse nicht ein weiteres Jahr dem Corona-Virus opfern wollte. Viel zu innovativ, bereichernd und nachhaltig wirksam ist das Konzept für die Region und ihre Menschen.

Die Idee brachte ursprünglich die ehemalige Bildungsregionsmanagerin der SMG Regina Schliephake aus ihrem Studium „Soziale Innovation“ bei Prof. Dr. Martina Wegner (Hochschule München) mit und bei ihrer Arbeitgeberin vehement ins Gespräch. Das Experiment wurde angegangen: Unternehmen und Vertreter*innen von gemeinnützigen Organisationen aus dem Landkreis Miesbach solle die Möglichkeit zur Vernetzung, des Austauschs von Kompetenzen und der nachhaltigen Kooperation geboten werden – und zwar im Rahmen einer Tauschbörse. Wichtig dabei: Geld darf ausdrücklich keine Rolle spielen, stattdessen wird dazu aufgerufen, gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, wie man sich gegenseitig produktiv, verbindlich und nachhaltig unterstützen könne.

Zu diesem Behufe trafen sich erstmals 2018 und dann auch 2019 eine große Zahl an Tausch-Willigen im großen Saal des Kultur im Oberbräu in Holzkirchen. Die Vereine und gemeinnützigen Organisationen stellten ihre Projektideen, für die sie Hilfe und Unterstützung erhoffen, vor – und auch das, was sie im Gegenzug den Unternehmen dafür vorschlugen. Nach dem Ertönen eines Startsignals hatten die Teilnehmer 90 Minuten Zeit, gemeinsame Deals auszuhandeln und eine verbindliche Partnerschaft schriftlich und beurkundet von den anwesenden, ehrenamtlichen Notaren zu fixieren.

Um den finalen Umsatz am Ende des Börsenabends beziffern zu können, zählte die SMG die Gemeinwohl-Stunden, die von den neuen Partner*innen hinsichtlich ihrer vereinbarten Projekte veranschlagt wurden. 2019 brachte man es innerhalb von 90 Minuten Tauschbörse auf die stolze Summe von sagenhaften 2500 Gemeinwohl-Stunden.

Diesen Rekord galt es 2021 zu brechen. Trotz Kontaktbeschränkungen. Aber nach einem Jahr Pandemie wagt die SMG eine erneute Marktplatz-Premiere: Mit Hilfe von ausgeklügelter Videotechnik und einem versierten Team junger Tech-Cracks schafft man es, pünktlich zum angekündigten Termin am Abend des 17. März 2021 mit einer Live-Schaltung aus dem zum Studio umfunktionierten Saal des Heimatmuseums Schliersee auf der Internetplattform YouTube online zu gehen. Nach einem majestätisch-sonoren Jingle erscheinen Landrat sowie Schirmherr Olaf von Löwis und der BR-Sportreporter und Moderator des Abends Jan Wiecken in roten Sesseln sitzend, dahinter die ehrenamtlichen Notare Michael Pelzer, Eike Echati und Cameron Paul hinter Plexiglas sowie eine sichtlich euphorische Projektverantwortliche Jasna Okanovic von der SMG Miesbach, auf dem Bildschirm. Professionell wie eine Spendengala im öffentlich rechtlichen Fernsehen wird der Abend ablaufen – aber um ein Vielfaches spannender. Denn neben den Unwägbarkeiten der sensiblen Übertragungstechnik, traut man sich trotz allem gleich zu Beginn dazu aufzurufen, den Rekord von 2500 Gemeinwohl-Stunden zu brechen. Ein gut gelaunter Jan Wiecken und der in typisch nonchalant-sympathischer Art witzelnde Olaf von Löwis haben sichtlich Spass an der ebenso neuen wie ungewohnten Situation. Auch als das Bild einfriert, die Jungs der Technik-Crew eilig durch die Szenerie huschen, der Ton ausbleibt oder das Einspielen der Videos zuweilen nicht astrein funktioniert, ist das souveräne Team nicht aus der Ruhe zu bringen. Die Verbindung zu Publikum und Teilnehmer*innen wird auch auf diversen anderen Kanälen gehalten: Per Live-Chat können die Zuschauer*innen und User*innen Nachrichten direkt ins improvisierte Studio senden, das Handy von Jasna Okanovic liegt für Anrufe und Nachrichten per Messenger parat.

Die Verhandlungen sollen dieses Jahr innerhalb von 60 Minuten telefonisch oder per Mail geführt werden, nachdem die Projekte und Angebote von 16 teilnehmenden Vereinen und Initiativen mittels kurzer Videoclips vorgestellt worden sind. Bereits kurz nachdem Landrat Olaf von Löwis standesgemäß die Stunde der heißen Verhandlungen eingeläutet hat, winkt die ehrenamtliche Notarin Eike Echati mit der ersten per E-Mail eingetrudelten Vereinbarung. In diesem Tempo geht es weiter. Während die Moderatoren nicht müde werden, einfallsreich die Zeit im Studio inhaltlich mit informativen Gesprächen, Yoga, Musik und spontanen Tanzeinlagen zu überbrücken, laufen derweilen die Leitungen heiß: Eine Vereinbarung nach der anderen rauscht in den digitalen Posteingang der Notare. Sogar die Übertragung bricht deshalb kurzfristig zusammen. Als die Verbindung wieder steht, erklärt Jasna Okanovic, man komme mit der Auszählung nicht mehr hinterher. Bereits in den ersten 5 Minuten seien 130 Gemeinwohl-Stunden zu verzeichnen. Am Ende des Abends steht fest, dass man die Nacht brauchen werde, um alle Abschlüsse zu sichten und man die finalen Ergebnisse nachliefern müsse. Allerdings sei abzusehen, dass der Rekord wohl gebrochen werden wird.

Diese Prognose konnte am folgenden Tag bestätigt werden: Mit phantastischen 4016 Stunden wurde der Rekord aus dem Jahr 2019 mehr als eindeutig geknackt! Die 37 teilnehmenden Unternehmen und die 16 Vereine und gemeinnützigen Organisationen fanden sich zu sage und schreibe 65 neuen Kooperationen zusammen. So konnte beispielsweise die Bergwacht Schliersee für ihre Baumpflanz-Aktion neun Unternehmen und Partner mobilisieren: Das Ziel der Bergrettung ist es, mindestens 250 Bäume zum Zwecke des CO2-Ausgleichs und des Lawinenschutzes in die Natur auszubringen. Die Anzahl entspräche der durchschnittlichen Einsätze pro Jahr, hieß es im eingereichten Video.

Auch die Kinder der Caritas-Kindertagesstätten in Holzkirchen und Irschenberg können sich freuen, da sich für ihren Wunsch nach einem integrativen Bewegungsparcours mehrere fachkundige Partner fanden. Der ReAL Verbund (Bad Tölz), der sich um die Re-Integration und Rehabilitation psychisch Erkrankter einsetzt, bat um Hilfe für einen kleinen Imagefilm und bekam diese prompt in den ersten Minuten zugesichert.

Neben dem BRK, dem Schliersee liest e.V., der Wirkstatt Oberland und noch vielen anderen profitierte auch die Initiative Wosguadsvorort.de mit der Gastro-Challenge, an der sich 16 Gastronomen und 4 Kooperationspartner beteiligen werden.

Ein besonders herzerwärmendes Projekt wird der Lions Club Miesbach und Holzkirchen als bald mit mehreren Projektpartner*innen aus dem Landkreis zur Umsetzung bringen: Im Rahmen einer Oldtimer Rallye soll 30 Senioren eine unvergessliche Ausfahrt rund um Schliersee und Tegernsee inklusive kulinarischer und kultureller Zwischenstopps ermöglicht werden.

Alles in allem ist mit dem diesjährigen Marktplatz Gute Geschäfte ein unglaublicher Erfolg für alle Beteiligten zu verzeichnen. So sieht das auch Projektleiterin Jasna Okanovic: „Es ist wunderbar, zu sehen wie stark der Zusammenhalt der Menschen untereinander ist – vor allem oder vielleicht gerade wegen der schwierigen Situation. Ich bin sehr stolz, dass wir auch dieses Jahr wieder im Zeichen der verbindlichen Nachhaltigkeit dazu beitragen konnten, anhaltende und echte Partnerschaften in der Region entstehen zu lassen. Wir sind sehr gespannt, wie die Projekte im Einzelnen umgesetzt werden und wir werden sicherlich über die Erfolge berichten.“ Als ganz besonderes Moment beschrieb sie außerdem den Umstand, dass nicht nur Vereine und Unternehmen Vereinbarungen getroffen hätten, sondern es ebenso zwischen den Vereinen und Initiativen selbst wie auch zwischen den Unternehmen – sozusagen im B2B Kontext – zu neuen Netzwerken und Kooperationen gekommen sei. Und das alles trotz der Pandemie. Oder vielleicht ja auch der Pandemie zum Trotz!

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