Pressefoto_Ergebnisse der neuen SMG-Umfrage
Unternehmensbefragung „Neue Arbeitswelten“
(Foto: Eigene Bearbeitung mit Bild von Unsplash)

Die SMG befragte im Juni 2021 Unternehmen aus der Region zum Thema New Work im Rahmen einer Online-Umfrage.

Neue Arbeitsformen und deren Auswirkungen auf unsere Region

  • Die SMG befragte im Juni 2021 Unternehmen aus der Region zum Thema New Work im Rahmen einer Online-Umfrage
  • New Work bezeichnet als Sammelbegriff verschiedene, durch die sich verändernden Bedingungen (z.B. Digitalisierung) entwickelnde, neue Arbeitsformen
  • Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass das wichtigste Element der New Work für die 109 teilnehmenden Unternehmen das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten darstellt
  • Bereits die Hälfte der befragten Betriebe beschäftigt inzwischen Mitarbeiter*innen, die ihren Hauptarbeitsplatz nicht mehr direkt im oder am Unternehmensstandort haben

 

Mit der Online-Umfrage zielen die beiden Ressorts Coworkation / New Work und das Regionalmanagement / Innovation der SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach mbH auf präzise Erkenntnisse hinsichtlich des Ist-Stands und des Entwicklungspotentials regional ansässiger Unternehmen ab. Es nahmen 109 Unternehmen teil.

Wie bereits Anfang des Jahres angekündigt, intensiviert die SMG Standortmarketing Gesellschaft Landkreis Miesbach mbH die Erhebung von Daten zur spezifischen Abbildung von Trends und aktueller Themen in Bezug auf die regionale Unternehmenslandschaft. Mit dem dadurch geschärften Bild über die Unternehmerschaft im Landkreis können die SMG-Projekte noch präziser an den Bedürfnissen und Bedarfen der regionalen Betriebe ausgerichtet werden. Von der Veröffentlichung der (anonymisierten) Ergebnisse profitieren außerdem Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft.

 

Ingrid Wildemann-Dominguez, Regionalmanagerin und Leitung Innovation SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach: „Die Digitalisierung macht es möglich, in der Unternehmensführung wie auch in der Landkreisentwicklung zunehmend datengetriebener zu arbeiten, um die besten Projekte, Produkte und Strategien für die Zukunft zu entwickeln.“

 

Kooperation von „New Work“ und „Innovation“
Für die jüngste Umfrage und deren Auswertung kooperieren die beiden SMG-Ressorts New Work und Innovation: Beide Handlungs- und Interessensfelder der SMG wollen damit den aktuellen Stand in der regionalen Unternehmerschaft hinsichtlich neuer Arbeitsformen eruieren. Gemeinsam generierten Vertreter*innen der beiden SMG-Themenbereiche eine Online-Umfrage mit spezifischen Fragestellungen zum Thema New Work im Allgemeinen und Remote Work (zeit- und/oder ortsunabhängiges Arbeiten) im Besonderen. Teilgenommen haben 109 Unternehmen aus dem Landkreis.

 

Ortsunabhängiges Arbeiten als Faktor Nummer 1 hinsichtlich New Work
New Work
(zu deutsch: Neue Arbeit), ein Begriff, der bereits in den 1970er Jahren vom Sozialphilosophen Prof. Dr. Bergmann geprägt wurde, beschreibt heute die strukturellen Veränderungen der zeitgenössischen Arbeitswelt durch Einflüsse wie z.B. von Globalisierung und Digitalisierung geprägten Entwicklungen. Befeuert durch die Einschränkungen der Covid-19-Pandemie rückte beispielsweise der schon zuvor sichtbar werdende Trend zur Remote Work, also einem zeit- und/oder vor allem ortsunabhängigen Arbeiten, nun an erste Stelle. Im Gegensatz zum reinen Homeoffice eröffnet der Begriff des ortsunabhängigen Arbeitens (Remote Work von engl. remote = fern, entfernt und work = Arbeit) den Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit ihren Arbeitsplatz flexibel und individuell zu wählen – egal ob bspw. zu Hause, im Café, im Grünen oder in einem Coworking Space. Ein Trend, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

 

Ebendies zeichnet sich auch in den Ergebnissen der SMG-Umfrage ab: Bereits die Hälfte der antwortenden Unternehmen beschäftigen derzeit schon Mitarbeiter*innen, deren Hauptarbeitsplatz sich nicht an einem Unternehmensstandort befindet. Und: Auf die Frage, welche drei Punkte den Unternehmen in Bezug auf New Work am wichtigsten erscheinen, antworteten 72 von 109 mit „zeit- und ortsflexiblem Arbeiten“ – und zwar unabhängig davon, ob das Unternehmen bereits ortsunabhängige Mitarbeiter*innen beschäftig. Mit großem Abstand zu Platz 1 - zu der Frage nach der Bedeutung von New Work - folgen an 2. und 3. Stelle „Vertrauen statt Kontrolle“ und „agile Methoden und Management“.

 

Veronika Engel (Interreg-Projektleiterin der SMG & Vorstandsvorsitzende CoworkationALPS e.V., Themenbereich New Work und Coworkation): Remote Work wird unser aktuelles Verständnis der Arbeitswelten nachhaltig beeinflussen und ändern und Einfluss auf unsere Region nehmen.“

 

Vom Standortnachteil zum Standortvorteil durch New Work
Expert*innen wie Veronika Engel und Ingrid Wildemann-Dominguez sehen durch die Trends, die die New Work mit sich bringt, durchaus große Chancen für die Region. Von den neuen, mobilen und ortsunabhängigen Arbeitsstilen profitieren ländliche Gegenden, da die Abwanderung von Fachkräften in urbane Umfelder abnehmen wird. Ein Zuzug von Remote Worker*innen in ländliche Regionen mit ansprechender Kulturlandschaft ist zu erwarten. Davon kann die Region auch an dezentraleren Orten profitieren, sofern eine sehr gute Internetverbindung gegeben ist. Außerdem können mit Remote Work finanzielle, zeitliche und ökologische Ressourcen eingespart und das Einzugsgebiet für Fachkräfte erheblich erweitert werden.

 

Flexibilität und Mitarbeiterzufriedenheit vs. Miteinander, Ausstattung und Datensicherheit
Solcherlei Erkenntnisse scheinen auch die an der Umfrage teilnehmenden Betriebe bereits gewonnen zu haben, denn der derzeit aktuelle Hauptgrund für die ortsunabhängige Arbeit der Beschäftigten - die Covid-19-Pandemie - wird direkt gefolgt vom Argument der höheren Flexibilität. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit spielt eine gewichtige Rolle, wie die Auswertung der Ergebnisse zeigt. Ein Fachkräftemangel am Standort dagegen ist nur in Ausnahmefällen der Grund für die Beschäftigung von Remote Worker*innen.
Als Hauptargument gegen ortsunabhängiges Arbeiten wird von Unternehmen die betriebliche Ausrichtung genannt: Produktion und Dienstleistungen lassen sich oftmals nicht vom Unternehmensstandort auslagern. Aber auch das Miteinander vor Ort, die bessere technische Ausstattung im Betrieb und Bedenken hinsichtlich Datensicherheit spielen jeweils eine Rolle.

 

Offsites als Chance für die Regionalentwicklung
Wird Arbeit aus dem Betrieb oder dem Standort ausgelagert, braucht es freilich Alternativen zum gemeinschaftsstiftenden Alltag im Büro: Moderne Formen wie Offsites (temporäre Aufenthalte abseits des Arbeitsalltags, bei welchen Arbeit und Freizeit produktiv miteinander verbunden werden) halten dementsprechend auch bei uns Einzug in die Unternehmen und bieten außerdem einen neuen, interessanten Aspekt für die Regionalentwicklung.

 

Veronika Engel: „Gerade in Zeiten von abnehmender Präsenz in den Unternehmen sind alternative Konzepte wie Coworkations oder Offsites essenziell, um kreativ und produktiv im Team zu arbeiten.“

 

Laut der Umfrageergebnisse veranstaltet der Großteil der ansässigen Unternehmen keine Offsites. Ein gutes Drittel hingegen schon und ein Sechstel hat es zumindest in Zukunft vor.

 

Zwiegespaltene Meinung zur Entwicklung von Remote Work
Weitere interessante Ergebnisse aus der Umfrage beziehen sich darauf, dass der Großteil der Unternehmen, die bisher keine ortsunabhängigen Mitarbeiter*innen beschäftigen, dies auch in Zukunft nicht in Betracht ziehen.

Bei den Unternehmen, die bereits ortsunabhängige Mitarbeiter*innen im Einsatz haben, rechnet die Hälfte mit einem steigenden Anteil an ortsunabhängigen Mitarbeiter*innen, die andere Hälfte erwartet, dass der Anteil wieder abnimmt. Ein Drittel rechnet mit einem niedrigeren Bedarf an Büroflächen durch die Entwicklung von Remote Work.

 

Ingrid Wildemann-Dominguez: „Die Auswirkung des Remote Work auf die Büroflachen ist für uns als Regionalentwickler*innen sehr interessant. Wir werden diese Entwicklung genau im Auge behalten.“

 

Über die SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach:

Die SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach setzt sich mit interdisziplinärer Projekt- und Netzwerkarbeit dafür ein, die wirtschaftlichen Potenziale der Region auszubauen und zukunftsweisend zu entwickeln. Oberstes Leitziel ist dabei stets, die hohe Lebensqualität in der Region zu erhalten und als Partner mit Bürger*innen, Unternehmer*innen und Politiker*innen aus allen Sektoren zusammenzuarbeiten.

Dabei fungiert die SMG als Dach, unter dem Förderprogramme wie LEADER, die Öko-Modellregion und das Regionalmanagement Bayern organisiert sind. Aber auch Projekte wie die Ausbildungstour Landkreis Miesbach, die offene Forschungswerkstatt „Oberlab“ mit dem mobilen FabLab oder die Initiative ServusZUKUNFT wurden durch die SMG ins Leben gerufen.

Pressekontakt
Ingrid Wildemann-Dominguez
Projektleitung Innovation
t: +49 (0) 80 25 - 993 72 26
e: iw@smg-mb.de

Anschrift
SMG Standortmarketing Gesellschaft mbH
Rathausplatz 2
83714 Miesbach
www.smg-mb.de