geförderte Bio-Projekte gehen an den Start
Am Riedlerhof in Weyarn entsteht ein Bio-Waldgartensystem (Foto: Heenen)
  • Öko-Modellregion fördert acht Bio-Projekte im Landkreis Miesbach
  • Knapp 50.000€ Fördermittel werden vergeben
  • Neue Bio-Betriebe durch finanzielle Unterstützung

 

Durch die neue Kleinprojekte-Förderung der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland werden heuer acht Bio-Projekte in der Region unterstützt. Die Themen reichen vom Bio-Kompost über eine Milchtankstelle bis zum Regalsystem für unverpackte Biolebensmittel. Das Entscheidungsgremium legte in seiner Sitzung am 17.02.2022 die Auswahl der Projekte fest.

 

Kleinprojekte-Förderung der Öko-Modellregion:

Ende Dezember 2021 machte die Öko-Modellregion Miesbacher Oberland (ÖMR) einen Aufruf, kleine Bio-Projekte bis 20.000 € Gesamtumfang zur Förderung einzureichen. Insgesamt wurden 18 Projekte vorgelegt. Am 17.2.2022 tagte ein Entscheidungsgremium, bestehend aus Bio-Landwirten, Bio-Verarbeitern und Kommunalvertretern. Acht Projekte kamen zum Beschluss und können nun gefördert werden. Die restlichen Projekte waren nicht oder noch nicht förderfähig und mussten auf 2023 verschoben oder ganz abgesagt werden. Nach der Vorbereitung aller notwendigen Unterlagen durch ÖMR-Managerin Stephanie Stiller in Kooperation mit den Projektträgern konnte am 21.3.2022 auch die letzte Bewilligung verschickt werden und alle acht Projekte erhielten den Startschuss.

 

Acht Projekte können nun loslegen:

 

 1. Waakirchen: Am Woidhauserhof der Familie Schwaighofer, einem Bio-Betrieb in Piesenkam wird ein Regiomat gefördert. Dieser soll in einem Stadl direkt am Golfplatz in Piesenkam aufgestellt werden. In dem Verkaufsautomat sollen hofeigene Bioprodukte, wie Fleisch- und Wurstwaren vom Rind, Schwein, Lamm und Geflügel, Eier und selbstgemachte Nudeln an Golfer und Wanderer verkauft werden.

 

2. Miesbach: Der Biohof Oberlinner GbR der Familie Müller in Miesbach möchte sich mit einem Hofladen ein drittes Standbein schaffen neben der Milchviehhaltung und den Ferienwohnungen auf dem Biohof. Gefördert werden einige bauliche Gewerke zum Umbau einer ehemaligen Garage in einen Hofladen sowie die Innenausstattung und Maßnahmen zur ersten Öffentlichkeitsarbeit.

 

3. Warngau: Am Hairerhof der Familie Stürzer in Wall finden regelmäßig die Ab-Hof-Vermarktungen der Initiative Biokalb Oberland statt. Für die Professionalisierung der Direktvermarktung werden einige Geräte und Werbemaßnahmen gefördert um den Bio-Betrieb und die Initiative zu unterstützen.

 

4. Bayrischzell: Der Lechnerhof der Familie Reisberger, ein Bio-Milchviehbetrieb in Bayrischzell, bekommt einen Laufstall als Anbau und einen kleinen Hofladen mit Verarbeitungsraum. In „Lechner's Hofladen“ werden eine Milchtankstelle und ein Regiomat gefördert sowie verschiedene Geräte zur Herstellung von Milchprodukten (siehe Pressebild 2 & 3)

 

5. Holzkirchen: Andrea Brenner und Bernhard Wolf vom machtSINN in Holzkirchen wollen ihr Angebot im Laden um verpackungsfreie Biolebensmittel erweitern. Gefördert wird ein Regalsystem zum Verkauf trockener und unverpackter Bioware.

 

6. Hausham: Beim Heiß am Rain, dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Reischl, mitten in Hausham gibt es schon seit einigen Jahren ein EU-zertifiziertes Schlachthaus in dem auch Lohnschlachtungen von Rind, Ziege und Schaf für andere Betriebe angeboten werden. Das Schlachthaus wurde nun für die Bewerbung im ÖMR-Kleinprojektefonds biozertifiziert. Gefördert wird eine spezielle Betäubungszange die nun auch die bioregionale Schweineschlachtung ermöglicht sowie ein neues Tor zum Schlachtraum.

 

7. Kreuth: Die Pointnerhof eG in Kreuth ist die erste solidarische Landwirtschaft im Tegernseer Tal. Auf einer Fläche von rund 3.000 qm der Familie Schober in Kreuth werden bereits einige Lebensmittel angebaut. Die gesamte Fläche wurde nun für die Bewerbung im ÖMR-Kleinprojektefonds biozertifiziert. Im Rahmen der Förderung werden weitere Beete mit Bio-Kompost für eine Permakulturanlage angelegt.

 

8. Weyarn: Gärtnerin Jana Heenen pachtet auf dem Riedlerhof in Weyarn eine Fläche von 8.000 qm um dort ein Bio-Waldgartensystem nach Permakulturprinzipien anzulegen und zu bewirtschaften. Auch diese Fläche wurde nun für die Bewerbung im ÖMR-Kleinprojektefonds biozertifiziert. Auf der Anlage sollen Pilze, Gemüse, essbare Sträucher, Bäume und alte Hühnerrassen Platz finden. Letztere sollen auch einen Beitrag im Bereich der Bodenbearbeitung leisten. Gefördert werden unter anderem Pflanzen, ein Hühnermobil mit mobilem Zaun, einige technische Geräte sowie ein Folientunnel, Pfandkisten und Bio-Kompost.

 

 

Förderung setzt wichtige Impulse im Miesbacher Oberland:

Alle acht Bio-Projekte dienen den Zielen der ÖMR und dem Programm BioRegio 2030. Sie bauen regionale Bio-Wertschöpfungsketten auf, stärken das Bewusstsein für regionale Bio-Lebensmittel und verbessern die regionale Versorgung mit Bio-Lebensmitteln. „Am meisten freut mich, dass im Rahmen dieses Förderprogramms drei weitere Betriebe im Landkreis Miesbach eine Biozertifizierung erhalten haben“, so ÖMR-Managerin Stephanie Stiller, „dies sind zwar keine klassischen Landwirtschaften, aber es handelt sich zum einen um den Anbau von Obst und Gemüse auf insgesamt 11.000 qm neuer Bio-Fläche. Dies baut den Grad der Eigenversorgung bei diesen Produkten im Landkreis deutlich aus. Zum anderen bekommen wir mit den Neuerungen im Hof-Schlachthaus in Hausham die dritte biozertifizierte Schlachtmöglichkeit im Landkreis Miesbach. Dies ist auch für viele Direktvermarkter ein wichtiger Meilenstein in Punkto Verarbeitung.“

 

 

Wie geht es weiter?

Die ÖMR wird die Projektträger bis zum Herbst 2022 bei der Umsetzung begleiten und in den kommenden Monaten alle im Detail unter www.miesbacheroberland.de vorstellen. Werden alle Projekte wie geplant umgesetzt so können zum Ende des Jahres insgesamt 48.222,24 € an Fördermitteln an die Projektträger ausbezahlt werden. 10 % der Fördersumme werden von der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach mbH zugeschossen. „Mit diesem Beitrag setzen wir einen großen Hebel für die regionale Wertschöpfung in Gang“ so SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid. Der Rest sind Fördermittel des Bayerischen Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Von den tatsächlich entstandenen Nettoausgaben der Projektträger werden 50 % bezuschusst. Sie müssen bis zum 20.09.2022 fertig abgeschlossen und abgerechnet sein.

 

 

Über die Öko-Modellregion:

In der ÖMR arbeiten alle 17 Gemeinden des Landkreises, der Landkreis, Landwirte, Verarbeiter und Verbraucher zusammen, um den ökologischen Landbau in der Region voranzubringen. Die ÖMR fungiert dabei als Ansprechpartner für Landwirte, Erzeuger, Verarbeiter, Bäcker und Metzger, gastronomische Betriebe, Händler und Außerhausverpfleger sowie Initiativen und engagierte Verbraucher. Sie berät und informiert zu aktuellen Fragestellungen und grundsätzlichen Themen. Dazu gehört die Rohstoffbeschaffung, aber auch Vermarktung, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung und Förderung. Darüber hinaus begleitet die ÖMR Unternehmer und Initiativen bei ihren Projekten hinsichtlich Kooperationen, Förderungen oder Veranstaltungen. In der ÖMR sind 34 % der bäuerlichen Betriebe biozertifiziert. Der Anteil an Bio-Bauern im Landkreis ist damit der höchste in Deutschland. Darüber hinaus halten sich über 70 % der Landwirte freiwillig an die Vorgaben des Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und wenden besonders umweltschonende und extensive Bewirtschaftungsverfahren an. Das Miesbacher Oberland gehört bereits seit 2015 zu den inzwischen 27 Öko-Modellregionen, die derzeit als Impulsgeber an der Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern arbeiten. Aufgabe aller staatlich anerkannten Öko-Modellregionen ist es, die Produktion heimischer Bio-Lebensmittel und das Bewusstsein für regionale Identität voranzubringen. Gefördert vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) können Regionen Projektideen beispielsweise zur regionalen Wertschöpfung, der Vermarktung von Bio-Lebensmitteln, oder auch pädagogische Angebote umsetzen. Die ÖMR Miesbacher Oberland hat ihren Sitz bei der SMG.

 

Über die SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach:

Die SMG ist vom Landkreis Miesbach mit der Kreisentwicklung und der Wirtschaftsförderung beauftragt. Mit interdisziplinärer Projekt- und Netzwerkarbeit setzt sie sich dafür ein, die wirtschaftlichen Potenziale der Region auszubauen und zukunftsweisend zu entwickeln. Oberstes Leitziel ist dabei stets, die hohe Lebensqualität in der Region zu erhalten und als Partnerin mit Bürgern, Unternehmern und Politikern aus allen Sektoren zusammenzuarbeiten. Die SMG ist dafür in neun Handlungsfeldern aktiv: Innovation & Gründen, New Work, Ausbildung & Bildung, Gewerberaum, Wohnraum, Regionales Einkaufen, Nachhaltigkeit, Mobilität sowie Fördermittel & Finanzierung. Innerhalb dieser Schwerpunkte setzt die SMG 30 Projekte und Dienstleistungen um, die zur integrativen Entwicklung des Landkreises beitragen. Dazu gehören unter anderem die OBERLANDCard, das mobile FabLab, die Ausbildungstour, das Miesbacher Weidefleisch und das EU-Förderprogramm LEADER.

 

Pressekontakt
Stephanie Stiller
Öko-Modellregion Miesbacher Oberland
Tel. 08025 99372-22
Mail: sst@smg-mb.de

Anschrift
Öko-Modellregion Miesbacher Oberland
c/o SMG Landkreis Miesbach mbH
Rathausplatz 2
83714 Miesbach